Sicherheitslücke im Plan der Waffengegner

Mädchen betrachtet einen Teddybären auf einer Bank

Die Szene wirkt harmlos. Doch bei dem Teddybären könnte es sich um eine Sprengfalle handeln. Der Gedanke erscheint nur solange abwegig, bis jemand systematisch solche Sprengfallen auslegt. Dies würde das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung massiv erschüttern. Dagegen verblasst der Sicherheitsgewinn, den sich Waffengegner von einer Verschärfung des Waffengesetzes versprechen. Falls der Täter droht, die Anschläge fortzusetzen, bis die Verschärfungspläne aufgegeben werden, wird er damit höchstwahrscheinlich auch Erfolg haben. Und wegen dieser Erfolgsaussichten schreiten gewissenlose Legalwaffenbesitzer eher zur Tat. Weil es sehr viele Waffenbesitzer gibt, sind darunter wohl auch solche ohne Gewissen.

Ich begründe diese Position ausführlich in meinem offenen Brief an die Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic (Grüne) und stütze mich dabei auch auf die Ausführungen der Sachverständigen Roman Grafe und Prof. Dr. Thomas Feltes, die sich im Innenausschuss für eine Verschärfung ausgesprochen haben. Außerdem versuche ich, so viele Einwände wie möglich vorwegzunehmen und zu entkräften. Und das im eigenen Interesse, um die Wette nicht zu verlieren, die ich der Abgeordneten anbiete.

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Update: Der Terroranschlag von Manchester am 22. Mai 2017 bedeutet meiner Ansicht nach nicht, dass islamische Terroristen neuerdings gezielt Kinder (eher Jugendliche) ins Visier nehmen (entgegen meinem Argument in Fußnote 9). Sidney Gennies' Kommentar im Tagesspiegel erscheint mir die plausibelste Erklärung: Die unpolitische Jugend insgesamt sollte terrorisiert werden, dadurch dass der Anschlag beim Konzert eines Idols stattfand. Ich meine nach wie vor, dass Waffenrechtsverschärfungen in einer Weise terroranfällig sind, die andere Politikbereiche nicht trifft, was dafür spricht, dass an der Argumentation der Waffengegner etwas faul ist.

Kommentare

Es gibt in der o.a. Normverschärfungen keineDefinition sondern nur einen behaupteten Sicherheitsgewinn der sich dadurch auch jeder Überprüfung entzieht; clever!
Die Personen "Grafe" und "Feltes" sind keine Sachverständigen im Sinne einer Fachkunde zu Waffen- oder Ballistik. Es sind lediglich zu "Sachverständigen" berufene Geister die den fachlichen Unfug der von ihnen vertretenen Hypothesen garnicht erfassen oder gar verstehen können.

Herr Grafe und Dr. Feltes sind nun mal die besten Sachverständigen, welche die Waffengegner für den Innenausschuss auftreiben konnten.

Herr Grafe ist zwar nur ein Aktivist, aber er hat sich die Mühe gemacht, die Sport-Mord-Waffenopfer der letzten Jahrzehnte zusammenzustellen, so dass wir eine obere Schranke für den Sicherheitsgewinn durch Waffenverbote abschätzen können.

Dr. Feltes verfügt als Jurist und Kriminologe zwar über Sachverstand, trägt aber zielsicher nur alles vor, was zu seiner eigenen politischen Einstellung zum Waffenrecht passt. Insofern ist er die Karikatur eines Sachverständigen, dessen Aufgabe es ja eigentlich wäre, alle Argumente aus seinem Spezialgebiet auf den Tisch zu legen – egal ob pro oder contra. Er schreckt nicht einmal davor zurück, der Politik Denkverbote mit auf den Weg zu geben: „Wer das Argument der prinzipiellen Verfügbarkeit illegaler Waffen nutzt, der spielt der Organisierten Kriminalität in die Hände.“

Dr. Feltes folgt einer Studie, derzufolge „Schusswaffen in Privathaushalten die Wahrscheinlichkeit von Suiziden und Tötungsdelikten insbesondere mit mehreren Opfern)“ erhöhten.

Daher schätze ich den Sicherheitsgewinn ab, indem ich aus Grafes Opferliste nur die Fälle mit mehreren Toten nehme, und unterstelle, ohne eine Schusswaffe hätte es nur einen Toten gegeben. Das löst auch das Problem, dass über Morde mit nur einem Opfer seltener überregional berichtet wird und der Tathintergrund (Sportwaffe) in kurzen Zeitungsberichten vielleicht nicht erwähnt wird.

Dr. Feltes will nur Amok- und Terroropfer zählen, so dass der Sicherheitsgewinn nochmal erheblich kleiner wäre, für den er das Waffengesetz verschärfen will. Und um so leichter fällt es, die Verschärfungen durch Terror zu Fall zu bringen, zumal Feltes Rechtsverständnis dem Gesetzgeber nahezulegen scheint einzuknicken.

Na ja, der technische Horizont von Herrn G. ist offenkundig genau so beschränkt wie er ja öffentlich bekundet hat, nur am Endziel des Totalverbotes von Legalbesitz interessiert zu sein. Immerhin ahnt er, reichlichem Widerspruch sei Dank, das die dümmliche Idee vom durchschlagstarken Großkaliber ballistisch nicht haltbar ist auch wenn es inhaltlich nicht verstanden wurde. Heiliger DeMarre! Da ist er dann schon weiter als Frau Mihalic.

Herr Feltes ist auch inhaltlich ahnungslos was Ballistik angeht, ähnlich wie Frau Bannenberg, und könnte zumindest als Wissenschaftler wissen welches Gewicht die von ihm bemühte Studie hat. Es handelt sich doch wohl um die US-Studie von 2013 durch irgendwelche Mediziner die sich in kausalitätsloser Aufstellung von Korrelationen erschöpft?

Das legt nahe er folgt weniger wissenschaftlicher Erwägungen, tatsächlich scheint die politische Absicherung des Lehrstuhls hier handlungsleitend zu sein. Herr Feltes kennt auch die Pfeiffer Studie von 2011 "Wer keine Waffe hat, kann nicht schiessen!?", zumindest liegt im dieses Material auch vor wie ich über eine Landesdienststelle erfahren habe. Nur scheint der Herr den Sachstand auch ignorieren zu wollen. Kann man ihm durchaus auch öffentlich vorhalten?

Auch über die "Terror-Einrede" wird man hier argumentativ stolpern...

Frau Mihalic hat schon eine Idee, was ihr die Ballistiker liefern sollen: Sie will halbautomatische Schusswaffen verbieten „wenn diese nach objektiven Kriterien besonders gefährlich sind (Anzahl der Selbstladungen, Beschaffenheit des Laufs, Kaliber, Magazinkapazität).“ Also liebe Ballistiker, findet solche Kriterien!

Die Studie, auf die sich Feltes beruft, habe ich nicht gelesen. Aber es erscheint mir plausibel, dass bei Eifersuchtsdramen durch Schusswaffen eher mehr Leute sterben als wenn der Täter nur ein Küchenmesser hat. Jedenfalls komme ich so mit Grafes Zahlen nur auf vier vermeidbare Opfer pro Jahr durch Legalwaffen. (Grafe rechnet Suizide zurecht nicht mit ein.) Wahrscheinlich ist die Zahl in Wirklichkeit noch niedriger (bei Familientragödien haben die Kinder so oder so keine Chance). Aber es ist auch nicht plausibel, dass sie Null ist.

Die Waffengegner können sich immer noch auf die Zauberformeln zurückziehen: „Wenn auch nur einem Menschen das Leben dadurch gerettet wird …“ und „Jede Schusswaffe weniger verringert das Risiko“. Nach diesen Maßstäben taugt auch ein Verbot aller Waffen mit ungeraden Seriennummern, so dass gar keine Ballistiker gebraucht werden.

Ich bin aber ganz bei Ihnen, dass Sicherheitsexperten zu wenig Gehör bekommen. In Deutschland fehlt ein unabhängiger Kopf wie Bruce Schneier, der gegen das Sicherheitstheater anschreibt – etwa wenn man Flughafenkontrollen immer nach dem Tatmittel beim letzten Attentatsversuch ausrichtet statt alle Anschlagsmöglichkeiten im Blick zu behalten.

Auf die Studie „Wer keine Waffe hat, kann nicht schiessen!?“ hätte ich mich gerne berufen (statt nur auf eine Anleitung von Luty), komme als Normalsterblicher aber wohl nicht heran. Vielleicht könnte man zumindest Eckdaten freigeben, wie: „Der Bau einer automatischen Waffe ohne gezogenen Lauf dauert ohne besondere Maschinen und Ausbildung so und so lange.“ Eine Motivation für Bruce Schneiers Angriffsbäume ist ja, dass jemand, der nicht alle Verästelungen des Baumes kennt, erkennen kann, an welcher Stelle Sicherheitsmaßnahmen überhaupt etwas bringen.

Das Wort „Terror-Einrede“ gefällt mir. Normalerweise ist es ja ungefährlich, wenn man als Politiker zu viel für die Sicherheit tut, solange der Wähler nur ein gutes Sicherheitsgefühl bekommt.

Was den Pfeiffer angeht, so kann geholfen werden:

https://…/USWGefahrenpotenzial.pdf.html

Danke für den Link! Ich will ihn auf meinem Blog aber nicht veröffentlichen, um mich nicht unnötig angreifbar zu machen. Wer die Vortragsfolien irgendwo herunterläd, kann sie aber gegen folgende SHA256-Summe auf Übereinstimmung prüfen: ce08636f8f86e177363825b911bc5e7057a89a038ec910d6ca6a6701cef8ed92

Jedenfalls war die noch online.

Und Feltes beruft sich auf eines der üblichen Machwerke, ich such das nochmal raus. Jedenfalls disqualiiziert sich jeder mit solchen Begründungen.

Auch das "Rettungsargument" sticht nicht, denn es ist eine Behauptung und die Umkehrung gilt dementsprechend: "Wenn auch nur ein Leben durch Notwehr mit SW gerettet wird..!"

Was die "Wirkung" angeht, so gibts zu scharfer Gewalt und SW Langzeitstatistiken die keine großen Unterschiede erkennen lassen.

Frau Mihalic delittiert und erkennt nicht das mit verschwurbelten Beschreibungen keine Definitionen gegeben sind, welche falsifizierbar wären.

Das sehe ich auch so. Aber was nutzen die besten Argumente, wenn sie Otto-Normal-Wähler nicht hören will oder einer uneinsichtigen Waffenlobby zuordnet?

Vielleicht brächte eine deutsche Übersetzung von „More Guns, less crime“ etwas, die aber immer noch auf sich warten lässt:
http://ef-magazin.de/2016/03/14/8571-ef-161-editorial

Selbst der CDU-Innenminister hier in Baden-Württemberg erwärmt sich für den Vorschlag aus Bremen, dass man Waffen wieder nach ihrem kriegerischen Erscheinungsbild verbietet. Wenn es nach den Sachargumenten geht, müsste dieser Zombie-Vorschlag längst mausetot sein und steht doch immer wieder auf.

Meine Hoffnung ist, dass die Terror-Einrede wirkt, weil sie nicht nur ein redliches Argument ist, sondern auch an Ängste appelliert. Echten Terror kann niemand wollen, aber wirksam wäre er schon. Bisher reden nur diejenigen von Terrorprävention, welche dem Staat mehr Befugnisse geben wollen. Prävention wäre aber auch, keine Politiker zu wählen, die Steilvorlagen für Terror bieten. Welcher Journalist traut sich, die Damen und Herren Innenpolitiker in dem Punkt zu stellen?

Tja, die Folgen von Jahrzehnten betreuten Denkens, denn die "Waffenlobby" gabs schon immer in Deutschland, aber faktisch waren das Krupp, Rheinmetall oder der Bochumer Verein usw...
Eine Lobby für Handwaffen zu Selbstverteidigung, Sport und Jagd in Bürgerhand hat es seit Lassalles Forderung nach Volksbewaffnung in Deutschland nach meiner Kenntnis nicht gegeben. Leider fehlt offenkundig dem Bürger weitgehend die Urteilsfähigkeit, anders kann man sich die nicht vorhandene Reaktion auf die Verhöhnung des Souveräns durch die politische Klasse kaum erklären.

Die etablierten Parteien machen seit 1972 konzertiert den Versuch den Bürger formaljuristisch, über alle Parteigrenzen hinweg, wehrlos zu machen. Und der macht den Unfug auch noch willig mit.

Natürlich spricht es gegen den Müll aus HB und BaWü, wenn dort in Ermangelung von Fakten mal wieder tote Pferde geritten werden. Dschornalisten die von ihrer Schreibe leben wollen, wissen wie stark ihre Popularität bei Auftraggebern gemindert wird, wenn sie so fundiert nachfragen. Die 4. Gewalt kann man da auch bis auf Alibi-Artikel vergessen, die sind alle irgendwelchen Parteiinteressen verbunden.

Sonst wär ja auch die Pfeiffer Studie nicht so unberücksichtigt geblieben, auch wenn die eigentlich für Fachpublikum war. Der hat 2015 auch noch zum Breivik veröffentlicht, das wurde abseits der KrimG Tagung aber von der politisch gebundenen Kriminologenfraktion gar nicht gern gesehen.

Die kritische Vernunft des Souveräns richtet sich eben gegen die Falschen – gegen eine angeblich mächtige Waffenlobby, gegen schießwütige Waffennarren und gegen alle, die amerikanische Verhältnisse wollen. (Die deutsche Leitkultur, weiß natürlich genau bescheid über die amerikanischen Verhältnisse. Die spinnen, die Amis!)

Über ähnliche Mechanismen hat sich schon der Hexenhammer durchgesetzt
http://www.itp-arcados.net/wissenschaft/017.html

Selbst nach Erscheinen des verhängnisvollen Malleus Maleficarum von Heinrich Kramer Ende 15. Jahrhundert ("Hexenhammer") wurden die entsprechenden Lehren von Dämonen und Besessenen an den Universitäten zunächst auch noch längere Zeit als radikalistische Sektiererei abgelehnt - auch übrigens vom Vatikan und der katholischen Kirche selbst. Vor allem durch die geschickte Diffamierung jener Gelehrten und Zweifler im "Hexenhammer", welche die Existenz von Dämonen und Besessenen als Volksaberglauben begriffen und leugneten, als minderbemittelte oder verantwortungslose "Verharmloser" - wurde dieses "Aufklärungsbuch" über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erst zum "verhängnisvollsten Buch der Weltgeschichte"

Die vorgeblich minderbemittelten und ewiggestrigen "Verharmloser" in Forschung und Lehre waren innerhalb des Universitätswesens infolge der Verbreitung dieses Bestsellers - und seiner Sanktionierung später durch die sog. "Hexenbulle" Papst Innocenz´ VIII. - Minderheit geworden: Entweder mundtot gemacht, aus Angst vor Karriereknicks zu vorsichtigem Schweigen verpflichtet, oder ins akademische Aus exiliert.

Aber die Schmuddelkinder der vierten Gewalt bekommen sowieso keine Interviews von hochrangigen Politikern, und brauchen keine Rücksicht nehmen. Und Schweigen ist auch eine Antwort. Warum mag die Dame wohl meine 100€ nicht annehmen, wenn Sie sich so sicher ist?

Missliebige Informationen lassen sich im Internet-Zeitalter nicht mehr so einfach unterdrücken.

Und worauf führen Sie diese reflexartigen Unsinnsbehauptungen beim Bürger zurück? Häufig genug war ich auch schon mit dem Schwachfug konfrontiert.

Bildung und selbstständiges Denken helfen durchaus zu erkennen wann welche Waffenlobby in Deutschland tätig war und ist. Sportschützen und Jäger waren nie darunter.

"Amerikanische Verhältnisse" disqualifiziert den jeweiligen Kommentator, zumal wenn ohne Definition gebraucht. Schwierig an diesem dümmlichen Mem etwas zu ändern, das würde die Mühe bedeuten sich mit der dahinter stehenden Problematik sachlich auseinander zu setzen.

Sind daran nun alle schuld, die betreutes Denken fördern, oder ist es schlicht unterbewußte Realitätsverweigerung beim Bürger, schon um daraus keine Konsequenzen ziehen zu müssen?

Vielleicht war der Lobbyismus der organisierten Sportschützen auch gerade der Fehler. Das Bedürfnisprinzip nutzt ja scheinbar den Vereinen, weil Waffenbegeisterte regelmäßig als Mitglieder trainieren müssen.

Mit dem Bedürfnisprinzip akzeptiert man schon, dass derjenige, der eine Waffe haben will, sich dafür rechtfertigen muss. In einem freiheitlichen Staat sollte es eigentlich umgekehrt sein, dass der Gesetzgeber rechtfertigen muss, warum er den Bürgern ausnahmsweise etwas verbietet. Und vor den obrigkeitsstaatlichen Sozialistengesetzen hatten wir in Deutschland gewissermaßen auch amerikanische Verhältnisse:
http://freisinnige-zeitung.de/archives/6377

Die Wähler haben leider nicht genug Geduld und Ansporn, alle Argumente abzuwägen. Informationen, die ins vorhandene Weltbild passen, haben es leichter (Bestätigungsfehler / confirmation bias) Außerdem wollen die Menschen vor sich und anderen gut dastehen („Bewaffnete Selbstverteidigung?! Nee, ich bin doch friedliebend.“ -> soziale Erwünschtheit / social desirability bias).
Gerhard Fellinger hat mit Überzeugungsarbeit mehr Erfahrung als ich. Er meint, dass man die Menschen über den Verstand alleine nicht erreicht: https://german-rifle-association.de/huemer-gibt-es-ein-recht-schusswaffe...

(Die German-Rifle-Association fiel 2014 mit der Tür ins Haus und warf ein „Recht auf Waffenbesitz“ (noch dazu als Menschenrecht!) in die politische Arena, und wunderte sich, dass sie nicht verstanden wird: https://german-rifle-association.de/unfassbar-german-rifle-association-w...
Daher hätte ich auf meine Huemer-Übersetzung „Gibt es ein Recht, Schusswaffen zu besitzen?“ eigentlich irgendeine inhaltliche Reaktion erwartet. Außerhalb der libertären Szene gab es die aber nicht.)

Vielleicht geht es beim Waffenrecht aber nur um die Lust am Verbieten („Der Grüne ist erst glücklich, wenn er anderen etwas verbieten kann!“):
https://www.swr.de/report/wieso-in-deutschland-kriegswaffenaehnliche-gew...
Der damalige innenpolitische Sprecher der Grünen Wolfgang Wieland unterstellte den Besitzer von kriegswaffenähnlichen Halbautomaten „Machtgefühle“ und bescheinigt ihnen ein defektes Ego. Ähnlich klingt auch die Begleitmusik zum aktuellen Vorstoß aus Bremen.
Aber wenn die Besitzer solcher Waffen potentiell tickende Zeitbomben sind, wieso löst man sie dann auch noch absichtlich aus, indem man ihnen die letzte Stütze fürs Ego wegnimmt? Der Bremer Vorschlag sieht ja keinen Bestandsschutz vor. Vor ein paar Wochen habe ich bei der Bremer SPD einmal nachgefragt, wieviele Waffenbesitzer überhaupt betroffen wären. Als Antwort kam, dass die Zahl sowieso irrelevant wäre, und Jäger und Sportschützen solche Waffen nicht bräuchten.

Für viele Wähler ist Demokratie wohl nur der Traum, selbst die Obrigkeit zu sein.

Es geht natürlich um totale Kontrolle und auch um Allmachtsphantasieen (der Parteien), da ist der Herr Wieland sehr verräterisch, denn er schließt von sich, und seiner veritablen Unkenntnis, auf Dritte. Die Inkompetenz bei der Gefahrenabwehr durch Grüne und SPD wird nur noch durch deren selbstreferenziellen Blödsinn übertroffen.

Sicher ahnen die einen oder anderen Parteimitglieder dass ihre gegen das Allgemeinwohl gerichteten Bestrebungen irgendwann negative Folgen zeitigen. warum diese sich dabei ausgerechnet auf den zahlen- und bestandsmäßig harmlosen Legalbestand beziehen bleibt unerklärt.
Zu fürchten dürfte in solchen Fällen doch primär die umfangreichen illegalen Bestände sein?

Der Wähler scheint den Weg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit immer noch nicht gefunden zu haben, betrachte man die staatsgläubigen Einlassungen zu dem Pfeilschießgerät aus Schweden beim pseudoskandaliserenden BR -Bericht; so scheint jede Hoffnung aus nicht betreutes Denken verloren.

Auch ist das Bedürfnisprinzip schon im Kern obrigkeitsstaatliches Denken, warum dies weithin so unkritisch übernommen wird ist nur aus der intellektuellen Wehrlosigkeit des Bürgers zu erklären. Vielleicht auch weil es bisher relativ gut möglich war sich nicht selber wirksam verteidigen zu müssen und ein Umdenken erst einsetzen wird, wenn das eigene Gefährdungsprofil etwas realistischer gesehen wird?

Der Staatsfunk ist in erster Linie für das betreute Denken zuständig. Vielleicht spielen für die Einstellung zu Waffen Fernsehkrimis sogar noch eine größere Rolle als Politmagazine.

Wenn meine FDP im Herbst den Sprung in den Bundestag schaffen sollte, wird wieder mehr Vernunft in die Debatte einziehen. Im Positionspapier der baden-wüttembergischen FDP-Fraktion, lehnt diese nicht nur alle Verschärfungspläne einschließlich solcher für das IPSC-Schießen ab, sondern fordert eine Vereinfachung und Entbürokratisierung des Waffenrechts unter Einbeziehung von Experten:
http://www.bdsnet.de/downloads/schreiben_fdp-landtagsfraktion_wg._waffen...

Und um ein Haar hätten die Jungen Liberalen einen Beschluss gegen das Bedürfnisprinzip gefasst:
http://www.antibuerokratieteam.net/2015/11/03/die-jungen-liberalen-und-d...

Die Diskussionsverweigerung der Regierung bei ihrer Null-Nummer mit den Tresoren ist dagegen besorgniserregend. Der Kommentar von Dr. Schiller von Prolegal fällt vernichtend aus (leider bei anmelde-pflichtigen Anbieter):
https://www.facebook.com/prolegal.de/posts/1546241622113399
Und Nico Catalano kritisiert den CDU-Abgeordneten Olav Gutting, für seine Kapitulation vor der gesellschaftlichen Mehrheit, die keine Schusswaffen in Privathand wolle:
http://prolegal.de/2017/05/18/what-the-hell/
Was für ein Selbstverständnis der CDU zeigt sich da? Im Grundgesetz arbeiten die Parteien noch an der politischen Willensbildung mit. Das ist mittlerweile überholt, und man fragt lieber Stimmungsbilder und Meinungen beim Wahlvolk ab. Das erleichtert die Arbeit eines Parlamentariers auch ganz erheblich, wenn er sich keine Gedanken mehr machen muss, ob die Gesetze, die er verabschiedet, gut oder schlecht sind. Unverständlich, dass im Grundgesetz noch etwas von der Gewissensfreiheit der Abgeordneten steht. Was kann das Gewissen eines Partei-Vermarktungsabgeordneten schon belasten?

Vortrag 2011 „Wer keine Waffe hat, kann nicht schiessen!?“:
http://www.gunboard.de/applications/core/interface/file/attachment.php?i...
Sha256-Prüfsumme: 43186d245b6323cbdfe0e2db9314856dc7f7944372dbebfbee2072883cc9461d USWGefahrenpotenzial.pdf
(Die erste Fassung, die ich von einem File-Hoster heruntergeladen habe (siehe oben), war beschädigt und manche Bilder fehlten.)

Vortrag 2015 „Von der abstrakten zur konkreten Gefahr Das Manifest des Anders Breivik“ lässt sich beim Autor über folgende Seite anfordern:
https://www.researchgate.net/publication/299337556_Von_der_abstrakten_zu...
Sha256-Prüfsumme: 30b9f957757ae6fecaa21fa5318348feb6b5f0d94ac10b5c17df2b0301d4e97c Vortrag Das Manifest des Anders Breivik.pdf
Zusammenfassung: http://www.jura.uni-koeln.de/sites/kriminologie2015/Krise_Kriminalitaet_...

Dr. Feltes behauptet ohne wirklichen Beleg: „Die Verfügbarkeit von Schusswaffen hat kriminologisch betrachtet einen unmittelbaren und direkten (kausalen) Einfluss auf a) die Bereitschaft zu und b) die Art und Weise von Gewaltanwendung. Dies ist eine kriminologische Grunderkenntnis, die nicht nur durch Studien in den USA belegt wurde.“

Dem widerspricht die folgende Überblicksarbeit. Derzufolge kommen die methodisch ausgereifteren Studien zu dem Ergebnis, dass mehr Waffen nicht zu mehr Kriminalität führen:

„The Impact of Gun Ownership Rates on Crime Rates: A Methodological Review of the Evidence“, Gary Kleck, 2015
https://www.researchgate.net/publication/270825500_The_Impact_of_Gun_Own...

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