Die gesamte Zimmerdecke als Luftdesinfektionsgerät

Entkeimungslampe, Sunblocker, Gesichtsschild und Schutzbrille auf einer Trittleiter

Mit einer Entkeimungslampe über die Köpfe hinweg zu leuchten, ist eine altbewährte Methode der Desinfektion. Neudeutsch spricht man von „Upper-Room Air Ultraviolet Germicidal Irradiation“ (UVGI). Voraussetzung ist eine ausreichend hohe Decke. Idealerweise platziert man die Entkeimungslampen an den Wänden und führt das UV-C-Licht möglichst waagerecht, um Streulicht von der Decke zu vermeiden. Der Grenzwert für UV-Strahlung (als pauschale Summe für UV-A,-B und -C) ist jedoch inzwischen so niedrig, dass man ohnehin eine Schutzbrille oder ein Gesichtsschild benötigt und man wie im Bild gleich direkt die Decke anleuchten kann. Mit dem Gesichtsschild schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe, denn es schützt auch vor direkter Tröpfcheninfektion. Um die Aerosole kümmert sich die Entkeimungslampe, so dass man auf Mund-Nasen-Bedeckung und häufiges Lüften verzichten kann. Denn selbst ohne Ventilator tauschen sich niedrige und hohe Luftschichten 95 mal pro Stunde aus („Even without fans, there is a complete air exchange between the upper and lower air within rooms at a rate of 95 times per hour.“). „Bakterientests zeigten eine Luftentkeimung durch die Lampen, welche 29–169 Luftwechsel pro Stunde entsprachen, …“. Folgender Fachaufsatz bestätigt die durchschlagende Wirkung mit weiteren Bakterientests: Eggcrate UV: a whole ceiling upper‐room ultraviolet germicidal irradiation system for air disinfection in occupied rooms. (Trotz einer abschirmenden Zwischendecke wird der Tagesgrenzwert schon nach 2-3 Stunden überschritten. Überhaupt lohnt der Aufwand für eine Zwischendecke nicht, wenn nur dieser Winter mit der Pandemie überstanden werden muss.)

Neben den Augen muss auch die Haut geschützt werden, daher der Sun-Blocker auf dem Foto. Ein Gesichtschild schützt bereits die Gesichtshaut, so dass nur Ohren und Hände eingecremt werden müssen. In der kalten Jahreszeit trägt man ohnehin langärmlige Kleidung. Außerdem hat man nicht mit hoher Luftfeuchtigkeit zu kämpfen, welche die Entkeimung behindert („The germicidal effect of UV light, however, diminishes at humidities greater than 70% and is low at humidities greater than 80%“.). Welches Restrisiko durch undisziplinierte Schüler und klagefreudige Eltern verbleibt? Gemäß Balancing the Risk of Eye Irritation from UV‐C with Infection from Bioaerosols (2013) drohen keine bleibenden Schäden. UV-C-Licht dringt nur sehr oberflächlich ein, so dass eine Schneeblindheit vorübergeht und eine Hautrötung wohl kaum zu Hautkrebs führt. Wir tauschen also die Risiken der ansteckenden, manchmal tötlichen Wuhan-Grippe mit ihren Langzeitschäden ein, gegen ein sehr gut handhabbares Restrisiko.

Abgebildet sind ein Baustrahler mit zwei Leuchtmitteln (36W, Sockel 2G11, UV-C Licht, nicht ozon-bildend) für zusammen 100€. Gesichtschilder kosten 2€/Stück, wenn man gleich zwei Dutzend bestellt. Mutige Physik-Lehrer an die Front! Mutige Vereine an die Front! Sportschützen sind diszipliniert und persönliche Schutzausrüstung gewöhnt, so dass ich hier am ehesten Vorreiter sehe. Im Vergleich können mobile Lüftungsanlagen weder bei den Kosten noch bei der Desinfektionsleistung mithalten: „Für ein Gerät muss man leicht 2500 Euro rechnen. Und um einen ausreichenden Effekt zu erzielen, indem die Luft in einer Stunde drei-, viermal umgewälzt wird, müssen in jedem Raum zwei davon stehen.“

Bleiben Sie gesund! (Und fallen Sie nicht auf die Great-Barrington-Declaration herein!)

Kommentare

Nun zum Kleingedruckten. Weil das Bundesamt für Strahlenschutz auf seiner Website praktisch keine Informationen über UV-C-Strahlen bietet, habe ich am 8. April 2020 in einer E-Mail um nähere Informationen gebeten.

Ich erlaube mir aus der Antwort von Dr. Cornelia Baldermann zu zitieren (Schreiben vom 16.04.2020, Zeichen: PB2(BfS)-07513-06-20_0039)

Im Arbeitsschutz ist die gesetzliche Grundlage für die Sicherheit der Beschäftigten in Bezug auf künstliche optische Strahlung in Deutschland die Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OstrV; https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze/arbeitsschutzverordnung-optische-...). Mit dieser auf die §§ 18 und 19 des Arbeitsschutzgesetzes gestützten Verordnung setzte die Bundesregierung die Europäische Arbeitsschutzrichtlinie 2006/25/EG “Künstliche optische Strahlung“ (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex:32006L0025) in nationales Recht um. Der darin festgelegte Expositionsgrenzwert für den Wellenlängenbereich von 180 Nanometer (nm) bis 400 nm (UV-C, UV-B- und UV-A-Strahlung) liegt bei 30 Joule pro Quadratmeter (J/m 2 ). Er dient dem Schutz der Augen und der Haut vor Photokeratitis (Hornhautentzündung), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Kataraktogenese (Entstehung des grauen Stars), Erythem (Sonnenbrand; entzündliche Hautrötung), Elastose (Degeneration des Haut-Bindegewebes) und Hautkrebs. Dieser Expositionsgrenzwert ist ein Tageswert (8 Stunden), d.h. innerhalb von 8 Stunden darf dieser Wert nicht überschritten werden.

Für die Herstellung und den Betrieb der Geräte zur Raumluftdesinfektion mittels UV-C existieren etliche Normen, die die über den Beuth-Verlag (https://www.beuth.de/de) bezogen werden können.

Also sind die legale Herstellung und der legale Betrieb mit Fallstricken verbunden. Andererseits hat man in dieser Pandemie auch schon „Alltagsmasken“ ganz ohne CE-Zeichen durchgewunken. Fragen Sie Ihre Regierungsvertreter, ob in dieser Krise Bürokraten oder Macher gebraucht werden! Mehr Licht!

https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansi...

Zwei bis dreimal in der Stunde zu lüften, wie es etwa das Umweltbundesamt empfiehlt, hält der Strömungsmechaniker [Prof. Christian Kähler] bei gefährlichen Viren für viel zu wenig. ‚Eigentlich müssten Sie die ganze Zeit die Fenster öffnen, und die Kinder werden sich erkälten.‘ Außerdem sei fraglich, ob die Querlüftung überhaupt funktioniere.

Eine vergleichbare Inaktivierung mit UVC allein sei dagegen sehr viel teurer. ‚Hepa-Filter sind deutlich billiger und effektiver als UVC‘, so Kähler. Ein Gerät, das UVC ergänzend einsetzt, hält der Wissenschaftler allerdings für ‚durchaus sinnvoll‘. Ein gutes Gerät koste um die 3000 Euro. Zwar hängt der Preis auch von der Raumgröße ab, doch von billiger Technik – es gibt auch Geräte für 300 Euro – rät der Wissenschaftler ab. Die seien nicht wirksam genug. Es gebe viel Betrug auf diesem Markt.

Hm, Upper-Room-Air-UVGI scheint nicht besonders bekannt zu sein. Oder man folgt dem bürokratischen Anreiz, sicherheitshalber alles zu verbieten, egal wie die Kosten-Nutzen-Rechnung in einer Pandemie ausschaut?